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09.03.2026

Mehr Frauen an der Spitze mittelständischer Unternehmen

Der Anteil von Frauen an der Spitze mittelständischer Unternehmen in Deutschland ist 2025 wieder leicht gestiegen. Dennoch bleiben Frauen in Führungspositionen insgesamt deutlich unterrepräsentiert. Neue Daten zeigen zudem große Unterschiede bei Unternehmensgröße, Branchen und Karrierechancen.

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An der Spitze mittelständischer Unternehmen in Deutschland sind wieder etwas mehr Frauen anzutreffen. Von den rund 3,87 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande wurden im Jahr 2025 rund 16% oder 621.000 von einer Frau geführt. Ein Jahr zuvor hatte die Quote mit 14,3% auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2003 gelegen, das Hoch wurde 2022 mit 19,7% erreicht.

Der Aufwärtstrend bleibt fragil

Dem leichten Aufwärtstrend an der Spitze der Unternehmen entgegen steht die Entwicklung mit Blick auf alle weiblichen Führungskräfte über jegliche Hierarchieebenen hinweg. Dazu zählen Team-, Abteilungs- oder Bereichsleitung genau wie Geschäftsführung, Vorstand oder Inhaberschaft. Im vergangenen Jahr waren 34,3% dieser Managementpositionen weiblich besetzt, ein Jahr zuvor waren es noch 35,6%, 2023 sogar noch 40,0%. Das sind Ergebnisse einer Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels, einer repräsentativen Befragung des deutschen Mittelstands.

„Nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen im Mittelstand deutlich unterrepräsentiert. Die wirtschaftliche Bedeutung der frauengeführten Mittelständler ist nicht zu unterschätzen, bewegt sich seit vielen Jahren allerdings seitwärts und nimmt in der Gesamtsicht nicht zu“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Frauengeführte Mittelständler beschäftigen hierzulande rund 3,3 Millionen Menschen (10% der Erwerbstätigen im Mittelstand) und erzielen insgesamt 435 Mrd. € Umsatz (etwa 8% der Gesamtumsätze des Mittelstands). „Ein wesentlicher Hebel, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, liegt in der weiteren Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen. Hier hat sich in den vergangenen Jahren schon einiges getan, sodass ich davon ausgehe, dass die Frauenquote in mittelständischen Führungspositionen sukzessive steigen wird“, so Schumacher weiter.

Dienstleistungsunternehmen in weiblicher Hand

Frauen führen in Deutschland vor allem Dienstleistungsunternehmen. 88% aller Unternehmen mit einer Chefin kommen aus diesem Wirtschaftssegment. Vor allem im Gastgewerbe, Teilen des stationären Einzelhandels, im Tourismus und bei den körpernahen Dienstleistungen sind Frauen als Chefinnen stark vertreten.

Frauen führen meist sehr kleine Unternehmen

Zudem führen Frauen häufig sehr kleine Unternehmen: Insgesamt 84% – oder 514.000 – der frauengeführten Unternehmen sind Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten. Auf größere Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden entfallen nur rund 6.000 Chefinnen; nur 1% der frauengeführten Mittelständler gehören also dieser Unternehmensgruppe an.

Im Durchschnitt beschäftigte ein frauengeführtes Unternehmen im Jahr 2025 etwa 7,2 Personen, inklusive der Inhaberinnen und Inhaber. Männergeführte Unternehmen waren mit durchschnittlich zehn Mitarbeitenden um etwa 39% größer. Betrachtet man den Umsatz, so lag dieser bei männergeführten Unternehmen im Median bei 288.000 € und damit um 23% höher als bei frauengeführten Unternehmen.

Frauen fördern Frauen

Offensichtlich ist: Frauen fördern Frauen. Mehr als drei Viertel (76%) aller Führungspositionen in einem von einer Frau gelenkten mittelständischen Unternehmen waren zuletzt weiblich besetzt. In männergeführten Unternehmen dagegen lag der durchschnittliche Anteil weiblich besetzter Führungspositionen unter Berücksichtigung aller Hierarchieebenen bei gerade einmal 14%. Neben dem wissenschaftlich belegten Aspekt, dass Frauen sich bei der Karriere gegenseitig unterstützen, kommt hier auch zum Tragen, dass Frauen überwiegend Führungskräfte in Unternehmen in von Frauen bevorzugten Berufsfeldern sind.


KfW Research vom 08.03.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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