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31.03.2026

Studie: Arbeitnehmer täuschen Anwesenheit vor

Immer mehr Beschäftigte haben den Eindruck, dass im Arbeitsalltag nicht allein Ergebnisse zählen, sondern vor allem sichtbare Anwesenheit. Die Folge: Statt echter Leistung rücken Zeichen von Präsenz in den Vordergrund.

Fristlose Kündigung und Annahmeverzug

©lenetsnikolai /fotolia.com

Ob Beschäftigte im Büro oder im Homeoffice produktiver arbeiten, wird seit Jahren intensiv diskutiert. Bei vielen deutschen Angestellten scheint dabei vor allem eine Botschaft angekommen zu sein: Anwesenheit zählt mehr als Leistung. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage unter 1.000 hybrid arbeitenden Büroangestellten, durchgeführt von der weltweit größten Jobseite Indeed und dem Marktforschungsinstitut Appinio. Demnach geben viele Befragte sogar an, ihre Produktivität gezielt zu inszenieren, um den Erwartungen von Arbeitgebern und Führungskräften gerecht zu werden.

Präsentismus statt Performance: Wenn Leistung zur Nebensache wird

Konkret sagen lediglich 33,3% der Befragten, dass sie ausschließlich ihre Arbeitsergebnisse für sich sprechen lassen. Zwei Drittel haben in den vergangenen zwölf Monaten hingegen bewusst Maßnahmen ergriffen, um produktiver oder engagierter zu wirken, als sie tatsächlich waren.

Dazu zählen unter anderem ein künstlich auf anwesend gehaltener Online-Status im Homeoffice (27,7%), längeres Verbleiben im Büro, weil die Führungskraft noch anwesend ist (25,4%), bewusst zu ungewöhnlichen Zeiten versendete E-Mails (23,2%) oder Wortmeldungen in Meetings ohne inhaltlichen Mehrwert, um Präsenz zu zeigen (22,3%). Selbst physische Signale werden genutzt: 17,3% haben schon einmal ihre Jacke oder Tasche im Büro gelassen, um Anwesenheit zu suggerieren.

Warum Beschäftigte Anwesenheit inszenieren

Die Gründe für dieses Verhalten liegen laut Umfrage vor allem in unternehmensinternen Strukturen und der wirtschaftlichen Lage. 32,5% nennen eine Unternehmenskultur, die von Präsenzkontrolle geprägt ist. 31,6% führen ihr Verhalten auf Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz angesichts der wirtschaftlichen Lage zurück, während 24,4% Druck oder Mikromanagement durch Vorgesetzte als Auslöser sehen.

Generell ist die Mehrheit (55,9%) der Meinung, dass ihr Arbeitgeber Anwesenheit höher bewertet als messbare Ergebnisse. Gleichzeitig wünschen sich viele genau das Gegenteil. 66,2% würden sogar auf 5% oder mehr ihres Gehalts verzichten, wenn ihre Leistung ausschließlich an Ergebnissen gemessen würde. Noch mehr, nämlich 70%, wären bereit, für die Möglichkeit, dauerhaft im Homeoffice zu arbeiten, derartige finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen.

Büroalltag: Viel Präsenz, wenig Produktivität

Insgesamt legen die Umfrageergebnisse nahe, dass das Büro für viele Beschäftigte seine ursprüngliche Funktion als produktiver Arbeitsort teilweise verloren hat. 50,9% berichten, dass sie zwar ins Büro fahren, dort jedoch häufig vor allem in Videocalls mit Kollegen sitzen. Gleichzeitig geben 69% an, im Büro regelmäßig durch Lärm, Smalltalk oder spontane Unterbrechungen aus der Konzentration gerissen zu werden. 56,6% sagen sogar offen, dass sie primär ins Büro kommen, um “Gesicht zu zeigen”, obwohl sie ihre Arbeit im Homeoffice effizienter erledigen könnten. Entsprechend fühlt sich knapp die Hälfte der Befragten (48,8%) nach einem Bürotag erschöpfter als nach einem Tag im Homeoffice.

Um das Büro wieder attraktiver zu machen, wünschen sich viele vor allem kürzere Pendelwege oder Fahrtkostenzuschüsse (47,3%), mehr Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten (39,7%) sowie bessere Verpflegung und Teamangebote (29,6%). Für 14,6% ist das jedoch keine Lösung. Sie sehen das Homeoffice grundsätzlich als bessere Arbeitsumgebung.


Indeed vom 30.03.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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