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09.09.2026

Arbeitskosten: Deutschland bleibt ein teurer Standort

Deutschlands Arbeitskosten sind 2025 vergleichsweise moderat gestiegen, von einer echten Entlastung der Unternehmen kann dennoch keine Rede sein. Mit 45,70 Euro je Arbeitsstunde bleibt der Standort teuer, während die schwache Produktivitätsentwicklung die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich unter Druck setzt.

Fristlose Kündigung und Annahmeverzug

©GinaSanders/fotolia.com

Nach einer Studie des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) lagen die Arbeitskosten in der deutschen Privatwirtschaft 2025 bei 45,70 € je Stunde. Damit fiel Deutschland im EU-Vergleich von Rang fünf auf Rang sieben. Schweden und die Niederlande zogen vorbei. Teurer sind unter anderem Luxemburg, Dänemark, Belgien und Österreich.

Der Anstieg fiel mit 3,4% vergleichsweise moderat aus; im EU-Durchschnitt waren es 4,3%. In der deutschen Industrie legten die Arbeitskosten sogar nur um 2,0% zu; das ist der niedrigste Wert in der EU. In mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern lagen die Zuwächse dagegen im hohen einstelligen oder sogar zweistelligen Bereich.

Niedriger Anstieg löst Wettbewerbsproblem nicht

Für Arbeitgeber ist die Entwicklung dennoch kein Grund zur Entwarnung. Deutschland bleibt ein Hochkostenstandort. Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit sind zudem nicht allein die Löhne, sondern die Lohnstückkosten, und die leiden vor allem unter der schwachen Produktivität.

Das IMK verweist auf geringe Investitionen in Digitalisierung und Informations- und Kommunikationstechnologien. Deutschland hinke hier nicht nur den USA, sondern auch vergleichbaren EU-Staaten hinterher. Gerade Unternehmen müssten mehr investieren.

Produktivität muss wieder steigen

Die Studie sieht Forderungen nach Lohnzurückhaltung kritisch und setzt vor allem auf Investitionen. Aus Arbeitgebersicht greift das jedoch zu kurz: Höhere Investitionen benötigen verlässliche Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und eine Begrenzung zusätzlicher Arbeitskosten. Dass die Kosten zuletzt langsamer gestiegen sind, verbessert Deutschlands Position nur relativ. Ohne deutlich höhere Produktivität und strukturelle Entlastungen bleibt der Standort im internationalen Wettbewerb unter Druck.


Hans-Böckler-Stiftung vom 13.08.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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