22.01.2026

Gehaltsbudgets in Deutschland bleiben stabil

Deutsche Unternehmen setzen 2026 auf stabile Gehaltsbudgets, die als strategisches Instrument zur Umsetzung von Unternehmenszielen, Talentbindung und Lohngerechtigkeit genutzt werden. Trotz konstanter Budgethöhe verändert sich damit der Umgang mit Vergütung grundlegend.

Fristlose Kündigung und Annahmeverzug

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Die Gehaltsbudgets deutscher Unternehmen bleiben für das Jahr 2026 weitgehend stabil. Im Durchschnitt planen Arbeitgeber Gehaltssteigerungen von 3,4 bis 3,5%. Das entspricht in etwa den durchschnittlichen Erhöhungen des Jahres 2025 (3,4%) und signalisiert eine Normalisierung nach den dynamischen Anpassungen der Vorjahre. Nach mehreren Jahren mit starkem Inflationsdruck und dynamischen Anpassungen rückt damit eine strategischere und differenziertere Vergütungssteuerung in den Vordergrund. Das zeigt die aktuelle Salary Budget Planning Survey von WTW.

Die Stabilität der Budgets spiegelt eine zunehmende Planungssicherheit wider. Unternehmen sehen sich weniger gezwungen, kurzfristig auf Preissteigerungen zu reagieren, und können Vergütungsentscheidungen wieder stärker vorausschauend treffen. Zudem liegen die geplanten Gehaltserhöhungen inzwischen signifikant über der aktuellen Inflationsrate (Dezember 2025: 1,8%; laut Destatis).

Differenzierte Entwicklung nach Mitarbeitergruppen

Über alle Mitarbeitenden hinweg liegt das durchschnittliche Gehaltsbudget für 2026 bei 3,4% (inklusive Salary Freezes) beziehungsweise 3,5% (exklusive Salary Freezes). Die geplanten Erhöhungen verteilen sich gleichmäßig über alle Mitarbeitergruppen – von Executives über Führungskräfte und Professionals bis hin zu Support- und Produktionsmitarbeitenden. Die Medianwerte liegen durchweg bei 3,4% und zeigen damit eine einheitliche Budgetplanung über alle Hierarchieebenen hinweg. Nach den differenzierten Anpassungen der Vorjahre setzen Unternehmen 2026 auf eine ausgeglichenere Verteilung.

Mehr Governance, mehr Zielgenauigkeit

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen einen grundlegenden Wandel im Vergütungsmanagement. Anstelle pauschaler Erhöhungen setzen viele Organisationen auf eine präzisere Allokation bestehender Budgets. Stärkere Governance-Strukturen, eine differenziertere Nutzung von Marktdaten sowie ein klarer Fokus auf Bezahlbarkeit und interne Fairness prägen die Vergütungsentscheidungen. Die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen (50%) hat ihre ursprünglichen Budgetprojektionen unverändert beibehalten. Rund 30% planen eine Reduzierung, während etwa 10% ihre Budgets erhöhen. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen erwartete Finanzergebnisse (43%), Kostenbedenken (39%) sowie Inflationsdruck (21%).

Entspannter Arbeitsmarkt unterstützt gezielte Investitionen

Diese Entwicklung wird durch eine entspanntere Lage am Arbeitsmarkt unterstützt. Der Druck bei Neueinstellungen hat sich in vielen Bereichen verringert, wodurch Unternehmen begrenzte Budgetspielräume gezielter einsetzen können, etwa zur Bindung kritischer Fachkräfte oder zur gezielten Entschärfung von Gehaltskompression. Parallel dazu gewinnen ergänzende Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung weiter an Bedeutung. Neben Vergütung investieren Unternehmen verstärkt in Weiterbildung, die Verbesserung der Employee Experience, Gesundheits- und Zusatzleistungen sowie mehr Flexibilität am Arbeitsplatz. Auch Anpassungen an bestehenden Vergütungsprogrammen spielen weiterhin eine Rolle.


WTW vom 19.01.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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