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20.08.2025

Gehaltstransparenz: Deutsche Unternehmen vor dem Stresstest

Die EU-Pay-Transparency-Richtlinie bringt Bewegung in die Vergütungskommunikation deutscher Unternehmen und das unter hohem Zeitdruck. Bis 2026 müssen klare Gehaltsinformationen offengelegt werden.

Fristlose Kündigung und Annahmeverzug

©BachoFoto/fotolia.com

Die Zeit drängt: Die EU-Pay-Transparency-Richtlinie verpflichtet Unternehmen in Deutschland bis 2026 zu deutlich mehr Gehaltstransparenz. 79% der Unternehmen sehen die neuen regulatorischen Anforderungen als Haupttreiber für Veränderungen in der Vergütungskommunikation. Das zeigt die aktuelle Pay-Transparency-Studie 2025 von WTW. „Viele Unternehmen unterschätzen die operative und kommunikative Komplexität, die mit den Transparenzvorgaben auf sie zukommt“, sagt Florian Frank, Head of Work and Rewards bei WTW. „Gerade die Reaktion der Mitarbeitenden und der erhöhte Abstimmungsaufwand stellen HR und Management vor große Herausforderungen.“

Große Zurückhaltung bei Gehaltsspannen

Derzeit teilen nur 3% der Unternehmen Gehaltsspannen mit Bewerbenden in allen Regionen, ungeachtet der gesetzlichen Anforderungen. Was überrascht: Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen (48%) plant erst gar nicht, dies zu tun. „Der hohe Anteil an Unternehmen, die nicht planen, ihre Gehaltsspannen transparent offenzulegen, zeigt uns, dass viele Firmen die Brisanz noch nicht erkannt haben“, sagt Frank.

Mehr Transparenz, mehr Nachfragen und mehr Verhandlungen

Unternehmen erwarten, dass die Offenlegung von Vergütungsinformationen zu deutlich mehr Nachfragen und Gehaltsverhandlungen führt, sowohl durch Bewerbende als auch durch die eigenen Mitarbeitenden. Fast neun von zehn Befragten rechnen mit einem signifikanten Anstieg entsprechender Gespräche. Als größte Hürden auf dem Weg zur Umsetzung nennen Unternehmen vor allem die potenziellen Mitarbeiterreaktionen, administrative Komplexität und fehlende Daten. Zwei von fünf Befragten geben an, dass ihre Vergütungsprogramme aktuell noch nicht ausreichend auf die neuen Anforderungen vorbereitet sind.

Gender Pay Gap im Fokus

Auch bei der geschlechtergerechten Bezahlung bewegt sich etwas: Bereits ein Viertel der Unternehmen veröffentlicht freiwillig die unbereinigte Lohnlücke, zwei von fünf planen diesen Schritt. Zudem messen 84% der Unternehmen in Deutschland die Auswirkungen der neuen Transparenzanforderungen mithilfe von Kennzahlen, das sind deutlich mehr als im globalen Vergleich.

Transparenz als Chance für Unternehmen

Die Ergebnisse zeigen: Die regulatorischen Anforderungen setzen die Unternehmen zwar massiv unter Druck – sie eröffnen aber auch Chancen, Vergütung fairer und nachvollziehbarer zu gestalten und sich im Wettbewerb um Talente zu positionieren. „Das Thema Gehaltstransparenz geht weit über Compliance hinaus“, betont Frank. „Es bietet die Chance, Vergütung als strategisches Führungsinstrument einzusetzen und eine moderne, attraktive Unternehmenskultur zu fördern.“


WTW vom 19.08.2025 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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