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16.09.2025

Jeder vierte Beschäftigte sucht nach einem neuen Job

Die Wechselbereitschaft unter deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erreicht ein neues Rekordniveau. Vor allem junge Beschäftigte sind bereit, ihrem Arbeitgeber den Rücken zu kehren, oft wegen zu geringer Bezahlung oder schlechter Unternehmenskultur.

Fristlose Kündigung und Annahmeverzug

©Stockfotos-MG/fotolia.com

Derzeit sucht mehr als jede und jeder Vierte (26%) aktiv oder gelegentlich nach einer neuen Stelle. Bei den jungen Angestellten zwischen 18 und 35 Jahren, den sogenannten Millennials, ist der Anteil mit 39% am höchsten. Der Blick auf die Branchen zeigt: Beschäftigte des Automobilsektors (35%) zeigen überdurchschnittliches Interesse an Alternativen zu ihrem aktuellen Arbeitgeber. Ähnlich hoch ist der Anteil der Wechselwilligen in den Bereichen Telekommunikation und IT (33%) sowie Maschinen- und Anlagenbau (32%).

Im Gegensatz dazu sondieren Angestellte aus dem Bereich Banken und Versicherungswesen (11%) sowie aus der Konsumgüterindustrie (15%) deutlich seltener den Arbeitsmarkt. Insgesamt geben 33% aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an, interessiert zu sein, wenn sich eine Jobalternative ergäbe. Nur etwas mehr als vier von zehn Befragten (41%) erklären, sich nicht mit einem neuen Job zu beschäftigen. Zum Vergleich: Vor der Corona-Pandemie 2019 waren es noch fast zwei Drittel der Angestellten (64%), 2017 sogar mehr als vier von fünf Beschäftigten (82%), für die ein Jobwechsel gar kein Thema war.

Die Gründe für die Wechselwilligkeit

Mehr als ein Drittel (35%) gibt an, wegen zu niedriger Bezahlung schon einmal den Arbeitgeber gewechselt zu haben, aus Unzufriedenheit mit dem Führungsverhalten ihrer Vorgesetzten haben fast drei von zehn Befragten (28%) schon einmal dem Arbeitgeber den Rücken gekehrt. Weitere Gründe sind eine schlechte Unternehmenskultur (23%), eine interessante Position bei einer anderen Firma (22%) oder private Gründe (20%). Die jüngste Generation im Arbeitsmarkt zwischen 18 und 35 Jahren (44%) wechselt dabei deutlich häufiger wegen eines als zu niedrig empfundenen Gehaltes als ihre älteren Kolleginnen und Kollegen (31%). Gleichzeitig kündigen Angestellte im Alter zwischen 18 und 35 Jahren (28%) im Vergleich zu Kolleginnen und Kollegen älterer Generationen (20%) häufiger, wenn die Unternehmenskultur nicht positiv ist.

Das sind Ergebnisse der alle zwei Jahre durchgeführten EY-Jobstudie, für die 1.555 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland repräsentativ befragt wurden.

Fast neun von zehn Befragten schätzen eigenen Arbeitsplatz als sicher ein

Fast neun von zehn Angestellten (86%) schätzen ihren Job aktuell als sicher ein. Am höchsten ist der Anteil im Öffentlichen Dienst, wo 94% der Befragten diese Aussage unterstützen. Schlusslicht bei der Frage der Jobsicherheit ist die Automobilindustrie: Nur 69% der Beschäftigten dieser Branche bewerten die eigene Jobsituation als sicher. Insgesamt sagt etwas mehr als ein Drittel (35%), dass der eigene Arbeitsplatz sogar „sehr sicher“ ist. Was nach einer hohen Zahl klingt, markiert allerdings den niedrigsten Wert seit Erhebungsbeginn 2015. Gleichzeitig schwindet der Anteil derer, die ein starkes Verbundenheitsgefühl gegenüber ihrem Arbeitgeber verspüren: Aktuell sagen lediglich 15% der Befragten von sich, dass sie sich mit ihrem Unternehmen sehr eng verbunden fühlen. 2017 sagte dies noch jede bzw. jeder dritte Beschäftigte (34%).


EY vom 12.09.2025 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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