• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Kurzarbeitergeld: Erleichterter Zugang verlängert

17.10.2022

Kurzarbeitergeld: Erleichterter Zugang verlängert

Der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld gilt bis Ende 2022. Auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können zeitlich befristet wieder Kurzarbeitergeld erhalten. Das verschafft Unternehmen und Beschäftigten Sicherheit in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.

Select Dynamic field

©Bartolomiej Pietrzyk/123rf.com

Bis Mitte nächsten Jahres kann die Bundesregierung den vereinfachten Zugang zum Kurzarbeitergeld weiter per Verordnung ermöglichen. Die vom Bundestag beschlossene Rechtsgrundlage dazu hat der Bundesrat am 07.10.2022 gebilligt. Sie kann nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten wie geplant in Kraft treten. Auch Leiharbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können zeitlich befristet wieder Kurzarbeitergeld erhalten. Ihr Anspruch gilt drei Monate – vom 01.10.–31.12.2022. Die Regelung zur Öffnung des Kurzarbeitergeldes für sie war zum 30.06.2022 außer Kraft getreten.

Das gilt jetzt beim Kurzarbeitergeld

Mit dem erleichterten Zugang ist geregelt, dass

  • Kurzarbeitergeld nach wie vor bereits gezahlt werden kann, wenn mindestens 10% statt regulär ein Drittel der Beschäftigten von einem Entgeltausfall betroffen sind,
  • Beschäftigte keine Minusstunden vor dem Bezug von Kurzarbeitergeld aufbauen müssen.
  • Bis zum 30.06.2023 ist zudem der anrechnungsfreie Hinzuverdienst bei Aufnahme eines Minijobs während der Kurzarbeit möglich.

Störungen in den Lieferketten

Die Zugangserleichterungen zum Kurzarbeitergeld sollten zum 30.09.2022 auslaufen. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wirkt sich jedoch weiterhin auf die deutsche Wirtschaft aus. Es drohen weitere Störungen in den Lieferketten und Versorgungsengpässe beim Gas. Das sorgt für Unsicherheiten bei vielen Unternehmen und Beschäftigten.

Mit den Verordnungen soll sichergestellt werden, dass Beschäftigungsverhältnisse aufrechterhalten sowie Arbeitslosigkeit und gegebenenfalls Insolvenzen vermieden werden. Auch Verleiher sollen in der Lage sein, ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu halten. Die Verlängerung des vereinfachten Zugangs verschafft den Betrieben Planungssicherheit und trägt zur Stabilisierung des Arbeitsmarkts bei.

Damit die Bundesregierung weiterhin Sonderregelungen für das Kurzarbeitergeld im Wege einer Verordnung erlassen kann, gilt bis 30.06.2023 eine Verordnungsermächtigung.

Förderung der beruflichen Weiterbildung während der Kurzarbeit

Wer seinen Beschäftigten in der Phase der Kurzarbeit berufliche Weiterbildung ermöglicht, bekommt die Sozialversicherungsbeiträge bis zum 31.07.2023 zur Hälfte erstattet. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung während der Kurzarbeit begonnen wird, Träger und Maßnahme nach dem SGB III zugelassen sind und die Maßnahme mehr als 120 Stunden dauert oder nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz durchgeführt wird.

Zudem werden dem Arbeitgeber für Weiterbildungsmaßnahmen nach dem SGB III bis zum 31.07.2023 auch die Lehrgangskosten in Abhängigkeit der Betriebsgröße pauschal zwischen 15 und 100% erstattet. Dies sind starke Anreize, die Kurzarbeit für die Weiterbildung der kurzarbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu nutzen.

 


Bundesrat vom 07.10.2022 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro

Weitere Meldungen


Michael Fuhlrott
Interview

Michael Fuhlrott

05.12.2022

Arbeitszeit ist tatsächlich zu erfassen – bloßes Bereitstellen eines Systems reicht nicht

Die Gründe zur vielbeachteten „Zeiterfassungsentscheidung“ des Bundesarbeitsgerichts aus September 2022 liegen vor. Das höchste deutsche Arbeitsgericht verpflichtet Unternehmen zur tatsächlichen Erfassung der Arbeitszeit. Vorgaben, mittels welchen Systems dies zu erfolgen hat, enthält die Entscheidung aber nicht.

Arbeitszeit ist tatsächlich zu erfassen – bloßes Bereitstellen eines Systems reicht nicht
Flugzeug, Flughafen, Pilot, Dienstreise, Außendienst (7460)
Meldung

©Ekaterina Pokrovsky/fotolia.com

02.12.2022

BAG zur Versetzung ins Ausland

Das BAG hat über die Wirksamkeit der Versetzung eines Flugkapitäns an einen Standort im Ausland entschieden. Das Urteil ist für viele Branchen wichtig.

BAG zur Versetzung ins Ausland
S, Entsendung, AEntG, ArbeitnehmerEntsendegesetz, Arbeitnehmer, Geld, Euro, Gehalt, Tarifvertrag, Geschäftsreise
Meldung

©calvste /123rf.com

29.11.2022

Gehälter sollen laut Umfrage 2023 um 4,5 % steigen

Der Inflationsdruck lässt die Gehälter in Deutschland im Jahr 2023 um 4,5 Prozent steigen, zeigt der Salary Budget Planning Report von WTW.

Gehälter sollen laut Umfrage 2023 um 4,5 % steigen

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:


Haben wir Ihr Interesse für die ZAU geweckt?

Testen Sie kostenlos zwei Ausgaben inkl. Datenbankzugang!